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Heilige Rita von Cascia
Heine  18.9.2012 13:09:51
Legenden Legenden sind Bilder, die das Leben eines heiligen Menschen verdeutlichen. Es kommt dabei nicht so sehr auf ihren geschichtlichen Sachverhalt an, sondern vielmehr auf die Wirklichkeit, die hinter diesen Bildern steht. Sie weisen auf Gottes Wirken an diesem Menschen und Seine liebevolle Führung hin. Bienen Es gibt verschiedene Versionen der Bienen-Legende. Eine Legende (die ausführlichste) erzählt: Die Eltern pflegten die Kleine in einem Strohkörbchen mit aufs Feld zu nehmen und an einen schattigen Platz zu stellen, wo die Mutter sie während der Arbeit im Auge behalten konnte. Eines Tages verletzte sich einer der Baueren die Hand mit einer Sichel. Der Schnitt blutete stark, und der Mann wollte eilends ins Dorf laufen, um sich verbinden zu lassen. Als er an dem Körbchen mit dem Kind vorbeikam, erstarrte er vor Schreck: ein dichter Bienenschwarm umschwirrte die Kleine, die leise Laute des Entzückens von sich gab. Man hatte schon gehört, dass Kinder an Bienenstichen gestorben waren! Der Mann vergaß seine Verletzung und versuchte, mit der blutenden Hand den Schwarm zu vertreiben. Das half zwar nichts,- aber die Hand war plötzlich vollständig geheilt. Auf den erstaunten Ausruf des Mannes eilten die Eltern der Kleinen herbei. Auch sie erschraken, aber der Vater erkannte bald, dass die Bienen, die sein Kind umschwirrten, nicht den gewöhnlichen Insekten dieser Art glichen. Sie waren weiß, hatten anscheinend keinen Stachel und keine Fühler. Erstaunt und erschüttert standen die Eltern da und starrten auf das ungewöhnliche Geschehen. (aus:Hl.Rita von Cascia, Hilde Firtel) Hintergrund: Das bekannte Bienenabenteuer der hl. Rita ist ebenfalls mit geschichtlichen Dokumenten zu belegen. Wahrscheinlich hatte Zucker oder eine süße Frucht, die das Kleine aß, die Bienen angelockt, während es in der Wiege lag. Der Schrecken der Eltern lässt sich gut verstehen, als sie sahen, wie ihr Kind von einem Bienenschwarm umgeben war. Doch nichts Schlimmes war geschehen. Einzelheiten über den Vorfall sind nicht bekannt. Obwohl das sechsteilige Gemälde gleich als erstes dies zur Sprache bringt, konnte schon im Jahre 1626 nicht mehr mit dem Auge entziffert werden, was der Maler damit ausdrücken wollte. Es war da lediglich zu sehen, wie Bienen (1626 konnte man noch 5 Tierchen erkennen), im Gesichtchen saßen. Weshalb die Legende darauf abzielt, aus dem kleinen Mund des Kindes einen Bienenstock zu machen und die Tiere da ein- und ausfliegen zu lassen, liegt wohl im Motiv der Heiligengeschichte selbst. Vielleicht ein Hinweis auf die Reinheit der Worte Ritas. Aus der einfachen Begebenheit war eine wuchernde Legende angewachsen und die Advokaten des Prozesses 1626 beschnitten die blumenreiche Ausdeutung auf den geschichtlichen Kern zurück. So stehen Antonio und Amata auf dem sechsteiligen Gemälde neben der Wiege und starren entsetzt auf die Bienen im kleinen Gesicht. In der Legende hingegen ist überhaupt keine Rede von den Eltern. Es ist verständlich, dass der Schrecken für die Eltern unvergesslich blieb. Auch in Cascia selbst vererbte sich ein solch ungewöhnliches Ereignis weiter, zumal es ja bei einer berühmt gewordenen Frau gewesen ist. In der Folge wurden die Bienen gewissermaßen als Attribut in das Wappen Ritas aufgenommen. Heute noch lebt eine ungewöhnliche Bienenart in den Mauern von St. Rita in Cascia. In der wissenschaftlichen Klassifikation werden sie als Mauerbienen eingestuft (Osmia). Seit dem 17. Jahrhundert sind sie in kleinen Mauerlöchern des Klosters zu sehen. Die Legende war versucht, diese beiden Erscheinungen, die des Kindes und die in der Mauer, miteinander zu verbinden. Jedoch sind es zwei völlig verschiedene geschichtliche Dinge: Eines interessiert die Biographie der Heiligen, das andere sollte der Untersuchung durch ein wissenschaftliches Institut wert sein. Dass diese beiden Bienenkategorien im Hause Ritas anzutreffen sind, ist eine überraschende, man möchte sagen humorvolle Fügung der göttlichen Vorsehung. Wenn schon Rita die Bienen im Wappen trägt, dann können sie sich gewiss in ihren Mauern auch wohl fühlen. Perle In Rocca Porena lebte in einer Höhle eine Einsiedlerin, gegenüber dem Scoglio, dort wo heute ein großes Kreuz über das Dorf herausragt. Die Legende erzählt: Eine Einsiedlerin sagte voraus: in Rocca Porena wird eine besondere Perle aufstrahlen. Hintergrund: Diese Vision der Einsiedlerin wurde auf Rita bezogen, da ihr Name 'Margaretha' Perle bedeutet.
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