Der Geist erfüllt Johannes den Täufer, den letzten Propheten des Alten Testaments. Von ihm getrieben, wird Johannes gesandt, um „das Volk für den Herrn bereit zu machen“ (Lk 1, 17) und das Kommen Christi, des Sohnes Gottes, anzukündigen: denjenigen, auf den er den Geist herabkommen sah, auf dem er bleibt, „der mit dem Heiligen Geist tauft“ (Joh 1, 33).
142. Welches Werk vollbringt der Geist in Maria?
Der Heilige Geist vollendet in Maria die Erwartungen und die Vorbereitung des Alten Testaments auf das Kommen Christi. In einzigartiger Weise erfüllt er sie mit Gnade und lässt ihre Jungfräulichkeit fruchtbar werden, um den Fleisch gewordenen Sohn Gottes zur Welt zu bringen. Er macht sie zur Mutter des „ganzen Christus“, das heißt zur Mutter Jesu, des Hauptes, und der Kirche, seines Leibes. Am Pfingsttag ist Maria unter den Zwölf zugegen, als der Geist mit dem Offenbarwerden der Kirche die „letzten Zeiten“ anbrechen lässt.
143. Welche Beziehung besteht zwischen dem Geist und Christus Jesus in dessen irdischer Sendung?
Durch die Salbung des Geistes ist der Sohn Gottes in seinem Menschsein seit seiner Inkarnation zum Messias geweiht. Er offenbart den Geist in seiner Lehre und erfüllt so die an die Väter ergangene Verheißung. Er teilt ihn der werdenden Kirche mit, indem er die Apostel nach seiner Auferstehung anhaucht.
144. Was geschieht an Pfingsten?
Fünfzig Tage nach seiner Auferstehung spendet der verherrlichte Jesus Christus an Pfingsten den Geist in Überfülle. Er macht ihn als göttliche Person offenbar, so dass die heilige Dreifaltigkeit voll und ganz geoffenbart ist. Die Sendung Christi und des Geistes wird zur Sendung der Kirche. Diese Sendung besteht darin, das Mysterium der Gemeinschaft der Dreifaltigkeit zu verkünden und auszubreiten.
„Wir haben das wahre Licht geschaut, wir haben den himmlischen Geist erhalten, wir haben den wahren Glauben gefunden. Wir beten die unteilbare Dreifaltigkeit an, denn sie hat uns errettet“ (Byzantinische Liturgie, Tropar der Pfingstvesper).
145. Was tut der Geist in der Kirche?
Der Geist erbaut, beseelt und heiligt die Kirche. Als Geist der Liebe gibt er den Getauften die durch die Sünde verlorene Ähnlichkeit mit Gott zurück und lässt sie in Christus aus dem Leben der heiligsten Dreifaltigkeit leben. Er sendet sie, die Wahrheit Christi zu bezeugen. Er stimmt sie in ihren wechselseitigen Aufgaben aufeinander ab, damit alle „die Frucht des Geistes“ (Gal 5, 22) bringen.
Aus: Katechismus der Katholischen Kirche - Kompendium